Ab dem 29.12.2014 gelten im Bereich der Europäischen Union neue Verordnungen zur Kennzeichnung von Tieren (Hunden).

Grund dafür ist unter Anderem der Tierhandel über EU-Grenzen hinweg aber natürlich auch der illegale Import von Welpen aus Massenzuchten innerhalb der EU.

Viele dieser Tiere kommen mit "fragwürdigen" Papieren, sind oft überhaupt nicht, nicht ausreichend oder zu früh geimpft (gefälschte Altersangaben). Diese Tiere gefährden die Gesundheit der heimischen Tiere. Infektionskrankheiten können über die Ländergrenzen hinweg in die Nachbarstaaten übertragen werden.

Bislang konnten EU-Heimtierausweise (HTA) nicht ausschließlich Tierärzte oder Ämter erwerben, sondern auch Züchter, Hundevereine usf. Mit jeder Ausweitung des Vertriebsweges wird es zunehmend unkontrollierbarer, in welche Hände am Ende die Heimtierausweise gelangen. So konnten dubiose Tierzwischenhändler die importierten Welpen selbst chippen und einen HTA ausstellen und somit legalisieren. Dem Prozedere schiebt die EU nun einen Riegel vor.

Bei der neuen Regelung ist es zwingend erforderlich, dass die Tiere "gechippt" sind. Diese Kennzeichnung darf nur von einem registrierten Tierarzt durchgeführt, bzw. müssen von diesem überprüft und im Teil III des HTA eingetragen werden. Teil II (Beschreibung des Tieres) müssen nach den Besitzerangaben ausgefüllt werden. Im Teil I werden die Angaben zum Besitzer eingetragen und im Teil IV erfolgen Angaben zum Tierarzt. Beide letztgenannten Teile müssen vom Tierbesitzer, bzw. vom Tierarzt unterzeichnet werden. Das bedeutet: Tiere dürfen nur im Beisein des Tierbesitzers gekennzeichnet werden. All die genannten Seiten werden zwingend laminiert, um nachträgliche Änderungen zu verhindern.

Der HTA selbst erhält eine eindeutige Registriernummer (ISO-Code). Gemeinsam mit der Chip-Nummer des Tieres wird diese Registriernummer vom Tierarzt in ein zentrales Haustier-Register eingetragen (HIT). Dem Tier ist so eine "Identität" gegeben. Vor- und Nachbesitzer sind stets bekannt. Das Tier kann auf diese Weise nur "legal" gehandelt werden. Der Erwerb eines nicht legal gehandelten Tieres stellt somit eine Ordnungswidrigkeit dar, die z.T. mit erheblichen Geldbußen belegt ist.

In diesem Zusammenhang wichtig:

a) Ein Tier muss erst gechippt und dann geimpft werden! Geimpfte Tiere mit "gelbem Impfpass", die nachträglich einen neuen HTA benötigen, müssen frisch geimpft werden

b) die Einreise von Tieren unter 12 Wochen nach Deutschland ist dann erlaubt, wenn diese in Begleitung des Muttertieres einreisen. Bei Welpen unter 12 Wochen, die aus einem gelisteten Drittlandnach Deutschland einreisen, kann die oberste Veterinärbehörde des entsprechenden Bundeslandes Ausnahmen genehmigen

c) Alle EU-Heimtierausweise, die vor dem 29.12.2014 ausgestellt wurden, behalten ihre Gültigkeit

 Wir Tierärzte sind einerseits erfreut darüber, dass mit den neuen EU-Verordnungen der illegale Import und Handel von Tieren erschwert wird. Andererseits bleibt der ganze formal-bürokratische Akt bei uns Tierärzten hängen. Der Erwerb der HTA war ohnehin schon kostenpflichtig. Nun müssen die Ausweise noch kostenpflichtig zentral registriert werden. Ebenso müssen alle neu ausgestellten Heimtierausweise innerhalb von 7 Tagen im HIT-Register vermerkt werden. Die dokumentierten Unterlagen sind 3 Jahre aufzubewahren

Alle wesentlichen Eintragungen müssen laminiert und somit "fälschungssicher" gemacht werden. Das gilt auch für alle geforderten Impfungen (Tollwut). Vergehen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet und können im Wiederholungsfall mit dem Entzug der Ermächtigung zur Registrierung von HTA enden.

 

Nähere Infos finden Sie als PDF-Datei auf den Seiten der Bundestierärztekammer:

http://www.bundestieraerztekammer.de/downloads/dtbl/2014/artikel/DTBl_08_2014_Heimtierausweis.pdf